Posts

Von Fanatiker und Ignoranten

 Ein Donnerhallen, leises Tropfen, heftige Windstösse, nähern sich einem und man sucht verzweifelt Schutz. Nein, es ist kein Gewitter, welches in einem Höllentempo heranrast, die Grippewelle ist wieder im Anmarsch. In diesem Jahr hat Sie mit Corona einen Bruder im Geiste gefunden, ein Duo infernale, welches die Menschen um den Verstand bringt.  Überall wird nun wieder geniest, geschnäuzt und gehustet, als würde es sich um eine Art Wettbewerb handeln, wer denn lauter niesen oder sich mehr die tropfende Nase schnäuzen kann. In meiner jugendlichen Unbeschwertheit hat mich dieses alljährliche Spektakel nie besonders in seinen Bann gezogen. Ausgestattet mit warmen Kleidern, dem übermässigem Konsum von Vitamin C in Form von Zitrusfrüchten aller Sorten, welche der liebe Gott auf dieser Erde angepflanzt hat, fühlte ich mich unbesiegbar gegen die unbarmherzigen Virenhorden. Seit aber Corona alles dominiert, man wieder neuenglische Wörter in den Wortschatz aufnehmen und richtig artikuli...

Langsam zerrinnende Zeit

Bild
 Während ich diese Zeile schreibe, sitze ich wieder gemütlich in der warmen Stube und erfreue mich den liebgewonnen Kleinigkeiten des Alltags. Hinter hier mir liegen vier Wochen Einsatz für unser geliebtes Vaterland. Wie so oft verdrängt man den obligaten Wiederholungskurs der Schweizer Armee bis just einen Tag vor Beginn. Was leider wiederum dazu führt, das hastig am Vorabend noch alles gepackt werden muss. Mit vollem Marschgepäck bewege ich mich in den frühen Morgenstunden in Richtung meines Einrückungsortes. Nicht die unbesiedelten Weiten des Jura oder die atemberaubenden Bergen der Graubündner Alpen warten auf mich, sondern die französische Schweiz.  Im Zug krame ich in meinen Hirngewinden mein Français fédéral hervor, um den Röstigraben nicht noch mehr zu vertiefen. Anpassung statt Widerstand, so lautet die Losung und so versuche ich so gut wie möglich den pedantischen Deutschschweizer abzulegen und mich in die "larifari"-Mentalität der Romands einzufühlen. Während am Fe...

Farbenprächtiger Abschied

 Die Sonne verschwindet wie ein Feuerball über dem Horizont und die Dämmerung setzt ein, die Blätter verfärben sich und sinken langsam gen Boden zu. Ein Umschwung zeichnet sich ab. Weg von den langen und heissen Sommertagen, hin zu nasskühlen Tagen mit wenig Sonnenlicht. Diesen Wandel zu betrachten ist immer etwas vom Faszinierendsten. Während ich diesem Farbspektakel zusehe, sitze ich wieder im Klassenzimmer und stelle mit Schrecken fest, dass wieder ein Semester begonnen hat. Ein Modul steht noch zwischen mir und dem Erhalt des Diploms. Die letzten drei Punkte gilt es noch zu erarbeiten, damit das Ziel nach langen Strapazen erreicht ist. Daher sitze ich im Modul IMA1, ob aus Torheit oder strotzendem Glauben in meine Marketingfähigkeiten sei dahin gestellt.  Da mir bei Marketing, auch nach vielen Stunden des Studieren, immer noch die vier 4 P als Erstes in den Sinn kommen, sah ich es als richtig an, doch noch etwas für mein Marketing Know-how zu machen. Die ersten Lektionen w...